Festlegen von KPI’s am Arbeitsplatz – Part 2/3

Nachdem ich im ersten Teil die KPIs von PCs und Remote Desktop Servern beschrieben habe, möchte ich im zweiten Teil auf die Analyse von Anwendungen eingehen.

Zuerst stellt sich die Frage, welche Werte für die Beurteilung der Anwendungsperformance von Relevanz sind. Neben der reinen Startdauer der Anwendung wird der Endbenutzer auch Dinge wie die Reaktionsgeschwindigkeit während der Bedienung der App als wichtigen Faktor sehen. Wie das Programm dann aber reagiert, hängt im Hintergrund von vielen Faktoren ab.

Rein technisch gesehen stehen CPU, RAM, I/O und Netzwerkdurchsatz als wichtigste Faktoren fest:App-Performance

App-Performance-Table

 

Mit diesen Werten kann ich den aktuellen und historischen Ressourcenbedarf der Programme einzeln messen und analysieren. So könnte nach einem Update schnell und eindeutig eine Veränderung festgestellt werden und eine Rückmeldung an den Programmierer erfolgen.

Mit diesen Werten kann ich dann aber noch keine Aussage darüber treffen, wie lange ein Benutzer auf die Daten bzw. Reaktion in seiner Anwendung warten muss. Hier kommt also die Latenz der Anwendung im „Vordergrund“ als KPI in den Blickpunkt. Es sollten auch hier Werte über einen bestimmten Zeitraum erhoben werden, die dann später als Baseline dienen und Rückschlüsse auf Veränderungen geben.

Eine Top 10 Darstellung nach User, Host, Application und Application Prozess geben übersichtlich den aktuellen Status wieder:

App-Latency

App-Performance-Table

Ebenfalls können Anwendungen identifiziert werden, die „einfrieren“ bzw. erst nach sehr langer Zeit reagieren. Hierbei sei erwähnt, dass nicht immer die Anwendung ursprünglich für das Einfrieren verantwortlich ist. Häufig sind Back-End Systeme oder Datenbanken überlastet und führen zur Verzögerung.Application UI Unresponsiveness

Daher ist ein weiterer wichtiger Bestandteil einer Analyse zu erkennen, mit welchen Systemen die Anwendung kommuniziert und wie die Latenzen dieser Verbindungen sich verhalten. So ist die granulare Identifizierung von Bottle-Necks möglich.Network Communication

In der täglichen Arbeit ist das Internet nicht mehr wegzudenken und fest in Unternehmensprozesse eingebunden. Durch diese Entwicklung ist es wichtig das Datenvolumen und die Reaktionsgeschwindigkeit der einzelnen Webseiten zu überwachen. So ist beispielsweise Sales Force ein komplett im Browser nutzbares CRM System und damit für den Unternehmenserfolg verantwortlich. Eine Aufschlüsselung, wie die Seite am einzelnen Arbeitsplatz performt und wie sich die Nutzung ändert, gibt wichtige Hinweise für die zukünftige Planung von Firewalls und ISP Verbindungen. Sehr aufschlussreich ist auch wie viel RAM, CPU und IO pro Webseite auf dem Endgerät verbraucht wird. Viele Webseiten verlangen dem Endgerät extrem viel Leistung ab, was gerade in VDI oder Terminal-Server Umgebungen zu unerwarteten Engpässen führt.

Browser Performance Browser Performance_ Internet Explorer

Neben den Performance und User Expierence Betrachtungen sind die oben aufgeführten Netzwerkkommunikationsdaten auch für den Security Bereich von hoher Bedeutung. Nicht autorisierte Zugriffe auf Webseiten können identifiziert und mit den Ergebnissen von Firewall, Webproxy und Virenscanner korreliert werden. Gerade in Umgebungen mit extrem hohen Sicherheitsanforderungen, wie zum Beispiel Krankenkassen oder Versicherungen, sind eigentlich alle operativen Daten sicherheitsrelevant und sollten entsprechend analysiert werden.

Im letzten Teil meiner Reihe zu KPI´s am Arbeitsplatz werde ich aufzeigen, wie die gewonnenen Erkenntnisse bei der Planung und Erweiterung der Umgebung nutzbar sind.